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Der Pferdeflüsterer: Lothar Meinen

Kennengelernt habe ich ihn bei einem Tagesseminar im westfälischen Reken. Wir waren eine kleine Gruppe von ca. 10 Frauen. Herr Meinen erzählte zunächst von seinem Werdegang und seiner Lebenseinstellung („The Indian Way of Life „).

Beeindruckend fand ich Sätze wie:

Ich kannte mehrere Hunde einer Familie. Als vor einem Jahr der letzte Hund dieser Familie starb, war ich bei ihnen. Ich sah wie sich am Ende des Lebens dieses Hundes alle „Vorgängerhunde“ versammelt hatten, um den gerade sterbenden Hund „abzuholen“.

Auf unseren verwunderten Blick hin, erklärte L.: Es ist als ob ich auf einem Dachboden bin und die Möglichkeit habe durch ein kleines Loch hinunter und so ein bisschen mehr als andere zu sehen…. 

Auf meine Frage an ihn ob man das lernen könnte, antwortete er:

„Je mehr man sich öffnet und interessiert, desto mehr wird man erfahren und erspüren. Wichtig ist, die innere Stimme sprich Intuition zuzulassen“. 

Besonders beeindruckend war eine Vorführung von Lothars besonderer Gabe an einer Stute: Eine mittelgroße Ponystute stand angebunden draußen vor dem Seminarraum. Sie stand ruhig da mit etwas hängendem Kopf. Lothar trat von einer Seite an sie heran und legte beide Hände auf ihre Nieren.

Er stand ganz ruhig da und wartete. Die Stute fing nach wenigen Minuten an, mit der Unterlippe zu zucken. Als ich das sah, dachte ich direkt sie sieht aus wie jemand der traurig ist und mit der Mundpartie zuckt, kurz bevor er anfängt zu weinen. Plötzlich sahen wir, das Lothar Tränen aus beiden Augen rannten. Er erklärte: Das sind nicht meine Tränen, das ist die Stute, die weint !

Und dann erzählte er die Geschichte dieser Stute. Sie weinte (durch ihn) weil sie trotzdem sie schon einige Monate in Reken war, bisher nicht richtig angekommen war. Sie hatte einem jungen Mädchen gehört und war mit ihr viele Ponyspringen gegangen. Bei einem dieser Turniere stürzte sie und verletzte sich. Das Mädchen war traurig weil sie nun mit ihrem Pony nicht mehr springen konnte und ihre Eltern entschieden, das kranke Tier wegzugeben…..

Tja, nun war die Stute in einer neuen Umgebung, zwar halbwegs gesund aber fremdbestimmt weg von dem Menschen, den sie liebte – von ihrer früheren Besitzerin - . Die Stute war bisher nicht wirklich angekommen und Lothar „half“  ihr nun dabei mit Worten wie: Es ist in Ordnung hier, du bist in Sicherheit, finde Deinen Frieden, das Mädchen wollte Dich nicht weggeben, sie kann nichts dafür, sie liebt Dich immer noch…..

Die Stute hörte auf mit der Unterlippe zu zucken. Lothar weinte keine Tränen mehr. Nun stand die Stute ganz gelassen, ruhig und ja geerdet da. Nun war sie angekommen.  

Einige Seminarteilnehmer hatten Fotos von ihren Pferden mit, die L. analysierte. So z.B. ein Bild von einem Haflinger. Die Besitzerin musste beruflich umziehen und fragte L. nun, ob sie es ihrem Pferd antun könnte, ihn in eine andere Umgebung „umzupflanzen“. L. kurzer treffender Kommentar war nur: „Wenn sie ihn nicht mitnehmen können sie ihn genauso gut einschläfern. Er hängt so an Ihnen, das würde er nicht verkraften !“

Ich schickte nach dem Seminar einige Fotos von meinem Pferd an L. mit der Bitte um eine Stellungnahme wie es denn meinem Pferd so geht, ob ich etwas verändern soll, z.B. in puncto Bewegung. Das war seine Antwort (datiert 21.10.1999): 

„Sehr geehrte Frau Model, vielen Dank für Ihren Brief und die Fotos von Sali. Ich werde probieren Ihnen in kurzen Zügen meine Wahrnehmungen darzulegen, die ich in Bezug auf Ihre Fragen bei Sali habe:

Ich fühle ein sehr liebes Wesen, vorsichtig im Umgang nach Außen, ein offenes empfängliches Wesen, voll Vertrauen, reine Seele und ein großes Herz. Er ist eigentlich zufrieden mit seinem Leben. Würde gerne spazieren gehen in Wald und Flur. Spazieren.

Es muss ein herrliches Tier sein um mit umzugehen. Es ist wieder einer der wenigen Tiere, wo ich das Gefühl von einem Einhorn bekomme. Ein besonderes Wesen. Eine etwas ruhigere Umgebung würde er nicht verneinen. Fühle wohl was seine Hinterbeine und alle Fesselgelenke. Verschleißerscheinung, die, denke ich, altersbedingt sind.

Ich hoffe, Frau Model, dass ich Ihre Fragen genügend beantwortet habe und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

L. Meinen“ 

Auf dem Umschlag in dem dieser Brief war, war übrigens ein Stempel: The Indian Way, Respect, Love and Sharing. Als Symbol zwischen diesen Worten ein Adler mit aufgespannten Flügeln. Wie passend………..

Monate später hatte ich noch einmal das Glück Lothar Meinen zu begegnen. Dieses Mal hielt er sein Seminar in dem Stall, in dem auch mein Pferd stand. Er gab jedem Pferdebesitzer die Möglichkeit mit ihm sein Pferd zu beurteilen/wahrzunehmen. So gingen wir auch zu meinem Pferd. L. sagte sofort, das Sali alles für mich tun würde, er hätte großes Vertrauen. Ich fragte ihn, wie ich mit meinem derzeitigen Problem umgehen sollte: Meine Freundin, die Sali mehrmals in der Woche mitbetreute, war nach Berlin versetzt worden. Wie würde mein Pferd das verkraften ? Kerstin, meine Freundin stand neben Sali als ich L. meine Bedenken schilderte. Er wandte sich geradewegs an Kerstin: „Wieso gehen sie weg, dann müssen sie dem Pferd erklären.“ Kerstin, die als sachlich denkende Frau eh nicht so begeistert von meiner Idee L. zu befragen war, war nun genervt, zumal sie auch nicht freiwillig nach Berlin ging. Sie wollte sich gerade rechtfertigen als L. nur meinte: „Sicher haben Sie ihre Gründe aber berufliche und wirtschaftliche Gründe versteht eben ein Pferd nicht !“ Mir riet er, Sali nach Kerstins Weggang ganz besonders liebevoll zu betreuen um diesen Verlust wettzumachen. Er meinte, ich könnte es auffangen, weil Sali zu mir so ein starkes Liebesband hätte.

L. beurteilte noch weitere Pferde, erwähnen möchte ich nur noch Rugby, ein großer Schimmelwallach mit verbautem Gebäude, sehr hochbeinig mit riesigem Widerist, sehr scheu.

Trotz seines Stockmaßes von 1,76 lautete L.Ms Urteil: Ein unsicheres anlehnungsbedürftiges Wesen, den man aufgrund seiner körperlichen Schwierigkeiten kaum oder wenig reiten sollte.

Im Umgang sei darauf zu achten, dass er wie ein kleiner Junge „am Liebsten eine Schulter zum Anlehnen und viel Liebe und Fürsorge bräuchte!“ So hatten wir den großen Rugby wohl alle nicht eingeschätzt !!!

Alles in Allem fand ich diese zwei persönlichen Begegnungen sowie den Schriftverkehr mit Lothar Meinen sehr beeindruckend. Wenn jemand Fragen zu seinem Pferd hat, kann ich nur empfehlen sich an ihn zu wenden. Er fühlt sich einfach in die Wesen ein !

Seit Jahren befasst er sich mit Natur-Workshops, derzeit mit Kinderkursen („Lerne Dich und Dein Pony besser kennen“), Tierkommunikationskursen und spirituellen Reisen nach Südengland.

Hat jemand vielleicht andere Pferde/Tierflüsterer erlebt ?  Erzählt doch von Euren Erlebnissen…..

Gruss Anja


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